Ein Abend, der mehr ist als Grünkohl
Seit 2002 versammelt das Mecklenburger Grünkohlessen alljährlich die Entscheider aus Tourismus, Wirtschaft und Landespolitik – und das 19. Kapitel dieser Tradition verspricht besonders viel Gesprächsstoff. Am 27. Februar 2025 öffnet das SCHLOSS Fleesensee wieder seine Türen für ein Treffen, das weit über geselliges Beisammensein hinausgeht.
Gastgeber sind in diesem Jahr erneut der DEHOGA MV, der Golfverband Mecklenburg-Vorpommern und das Hotel & Sportresort Fleesensee – ein Trio, das die Veranstaltung bewusst als Bühne nutzt, um Brancheninteressen in den politischen Diskurs zu tragen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat ihr Kommen zugesagt, ebenso zahlreiche Minister des Landes. Die Schirmherrschaft übernimmt wie im Vorjahr Landtagspräsidentin Birgit Hesse.
Dass die Bundestagswahl nur wenige Tage vor dem Event stattfindet, verleiht den Abendgesprächen eine zusätzliche Dringlichkeit. Welche Koalition sich in Berlin abzeichnet, welche Signale sie für Gastgewerbe und Tourismus sendet – das dürfte die Tischrunden in Fleesensee lebhaft beschäftigen.
Für das kulinarische Herzstück sorgt Starkoch Johann Lafer, der gemeinsam mit dem Küchenteam des Resorts Gerichte rund um den Grünkohl aus resorteigenem Anbau zubereitet. Regionalität, die man schmeckt – und die gleichzeitig ein politisches Statement ist.
Golfverband MV mit klarer Botschaft an die Politik
Rüdiger Born, Präsident des Golfverbandes MV, macht in diesem Jahr den internationalen Wettbewerb zum Schwerpunktthema. Seine Botschaft ist konkret: „17 Golfanlagen mit angeschlossenen Hotelbetrieben und 18.000 Mitgliedern sind ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Gerade der Anteil ausländischer Besucher ist in diesem Segment deutlich höher als in anderen touristischen Bereichen. Unsere Destinationen stehen im internationalen Wettbewerb – und brauchen daher wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.“
Das ist keine abstrakte Forderung. Wer die Golfregion MV kennt – die Küstenanlagen zwischen Rostock und Usedom, die Parklandschaften rund um die Mecklenburgische Seenplatte – weiß, dass diese Plätze längst über den deutschsprachigen Markt hinaus buchgebucht werden. Dass die Rahmenbedingungen stimmen müssen, damit Investitionen in Qualität und Kapazität weiter möglich bleiben, ist für Born keine Verhandlungssache.
Ähnlich klar formuliert es Lars Schwarz, Präsident des DEHOGA MV: „Mecklenburg-Vorpommern lebt vom Tourismus und es liegt an der Politik, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die einerseits die Gegenwart sichern und andererseits Investitionen und Wachstum ermöglichen.“ Mehrwertsteuer auf Speisen, Fachkräfteeinwanderung, Bürokratieabbau – diese Themen werden den Abend prägen, vor dem Hintergrund frischer Wahlergebnisse und mit Entscheidern im Raum, die unmittelbar nach Berlin schauen.
Fleesensee feiert 25 Jahre – und blickt nach vorn
Das diesjährige Grünkohlessen hat einen besonderen Nebenakkord: Das Hotel & Sportresort Fleesensee begeht sein 25-jähriges Jubiläum. Die Geschäftsführung der Fleesensee Holding wird den Abend nutzen, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und Projekte und Entwicklungen für 2025 vorzustellen.
Fleesensee ist in der MV-Golfwelt kein gewöhnlicher Name. Das Resort an der Mecklenburgischen Seenplatte gilt als eine der größten und bekanntesten Golfadressen Norddeutschlands und zieht Greenfee-Touristen und Urlauber aus dem gesamten DACH-Raum an. Welche Pläne die Holding für das laufende Jahr ankündigt, bleibt abzuwarten – aber der Rahmen, in dem sie es tut, könnte kaum repräsentativer sein.

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